Thorsten Plath

Interview: (Wir hören als erstes ein eigenes Stück "The mermaid" von Thorsten mit seiner Duopartnerin Jessica Brünjes von "Take two" - wunderschön!)

Thorsten, Du hast Text und Musik geschrieben. Dieser Text war in englisch, Du schreibst aber auch deutsche Texte. Nach welchen Kriterien entscheidest Du Dich für eine Sprache?

Es kommt ein bisschen auf die Stilistik, aber auch auf den kreativen Funken an. Wenn die Musik z.B. zu jazzig ist, schreibe ich nie in deutsch.

Dieses Lied ist auf der zweiten CD von "Take Two", dieses (lacht) Jazz-, Latin-, Folk-, Rock-, Blues-, Soul-, Funk- und Pop-Duos, mit dem ich ab und zu durch Deutschland reise.

Wie sieht es bei diesen Konzerten mit dem Publikum aus?

Leider ist das Publikum für diese "Kleinkunst" wie Jazz-Duo oder auch für Kammermusik rar geworden, alles konzentriert sich mehr auf Großveranstaltungen.

Der Schnitt ist, abgesehen von ein paar jungen Zuhörern, zwischen 30 und 50, obwohl unsere Musik eigentlich allen Leuten gefällt, die damit in Berührung kommen.

Beschreibe doch bitte mal eine Woche im Leben des Thorsten Plath!

Morgens fange ich an zu üben. Diesen Luxus habe ich mir erhalten. Ob Übungen, spezielle Akkorde oder auch ein klassisches Stück, es ist alles dabei. Nachmittags unterrichte ich z.B. an der Musikschule und ich habe einen Lehrauftrag an der Hochschule. Aber auch Proben sind nachmittags und abends. Ab und zu findet sogar in der Woche ein Konzert statt und ab Freitag geht es meistens in eine andere Stadt zum Musikmachen. Alles andere wie Stücke und Texte oder Lehrbücher (Etüden auf poppige Art) schreiben passiert auch noch zwischendurch. Dazu kommen gelegentlich Studiotermine. Die Woche ist also restlos ausgefüllt.

Ausser dem Duo "Take Two" hast Du noch ein weiteres Duo?

Ja, mit der Sängerin Christiane Artisi, einer wunderbaren klassischen Sängerin, die ich schon sehr lange kenne und die jetzt wieder sehr in der Nähe wohnt.

(Wir hören eine Kostprobe von der CD "Rodrigo", die sich in der Stilistik total von der ersten CD unterscheidet, aber nicht weniger virtuos und beeindruckend ist.)

Wo hast Du diese Fertigkeiten gelernt?

Vor meinem Studium hatte ich sehr lange Zeit in Hamburg bei dem phantastischen Lehrer Klaus Hempel Unterricht, dann habe ich hier in Bremen meine Musikerzieherausbildung mit klassischer Gitarre bei Bernard Hebb bis zur Künstlerischen Reife gemacht.

Gitarre ist ja kein sehr leicht zu spielendes Instrument.

Der pädagogische Ansatz ist ausgesprochen schwierig, weil am Anfang meistens ein paar Griffe stehen, die häufig ohne musikalische Zusammenhänge visuell vermittelt werden. Darauf inhaltlich gut aufzubauen, ist nicht ganz einfach.

Dann ist da noch die Undurchschaubarkeit der Gitarre mit ihren verschiedenen Intervallstimmungen.

Du unterrichtest im Rockshop der Musikschule Bremen.

Müssen Schüler bestimmte Voraussetzungen für die E-Gitarre mitbringen?

Nein, eigentlich nicht. Man kann im Grunde alles, was die Gitarre angeht, auch auf der E-Gitarre lernen. Es gibt mittlerweile genügend Literatur für E-Gitarre, oft mit CD dabei, was sehr motivierend für die Schüler ist.

Wie hat es bei Dir angefangen?

Irgendwann meinte einer meiner Lehrer in der Schule, ich solle doch ein Instrument lernen, und so hatte ich den einzigen Gitarrenlehrer aus Göttingen und danach den einzigen E-Gitarrenlehrer aus Göttingen (ist schon einige Jahre her :-)), bis ich eines Tages auf einem Workshop den oben schon erwähnten Professor Klaus Hempel kennenlernte. Und dann wurde es ernst.